Wie verändert kartografische Kompetenz (Mapping Literacy) die Beziehung zum Raum? Zwischen 1715 und 1820 wurden Grundstückspläne, die zuvor der Elite vorbehalten waren, in ganz Europa zu gängigen Hilfsmitteln. In Frankreich und in der Habsburgermonarchie, den bevorzugten Untersuchungsgebieten, analysiert das Projekt PlaFonD diese kognitive Revolution hinsichtlich der Verbreitung von Verwaltungsmodellen und visuellen Kulturen sowie der Rolle beruflicher Praktiken (Ingenieure, Vermessungsingenieure, Juristen) und des bäuerlichen Wissens über den Raum. Eine offene Datenbank, die auf einer neuartigen Dokumententypologie basiert, soll dieses Erbe über eine kartografische Schnittstelle nutzbar machen. Sie wird von einem internationalen Wissenschaftskonsortium gespeist und genutzt werden, dem Forscher und Kulturerbe-Institutionen aus fünf Ländern (Frankreich, Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien) angehören.